Juli 2026
Ein Monat ist vergangen. Ende Juli steht im Kalender und in unserer Dorfkirche Lumpzig hat sich wieder viel getan. Wer heute durch das Kirchenschiff geht, erkennt, dass die Arbeiten an der neuen Vereinsstube immer mehr Gestalt annehmen. Der neue Fußboden im hinteren Drittel wächst – langsam, sorgfältig dank vieler fleißiger Hände.
Denn eine Kirchensanierung besteht nicht nur aus Steinen, Holz und Technik. Sie besteht vor allem aus Menschen, die sich mit Herz und Engagement für den Erhalt eines historischen Ortes einsetzen.
Die Vorbereitungen für den neuen Fußboden schreiten voran.
Die notwendigen Kabel für die künftige Küche der beheizbaren und multifunktionalen Vereinsstube wurden bereits im Boden verlegt. Damit ist ein wichtiger Schritt für die spätere Nutzung des Raumes getan. Der Untergrund hat inzwischen seinen Feinschliff erhalten und wartet nun auf den nächsten Bauabschnitt.
Als Nächstes folgt der eigentliche Fußbodenaufbau. Den Abschluss bilden Sandsteinplatten, die nicht nur funktional sind, sondern auch optisch hervorragend zum historischen Charakter unserer Dorfkirche passen. So verbindet sich die Bewahrung des Alten mit den Anforderungen an eine moderne Nutzung.
Viele helfende Hände machen die Kirchensanierung möglich.
Bei all den baulichen Fortschritten darf eines nicht vergessen werden: Hinter jedem Arbeitsschritt stehen Menschen. Unsere ehrenamtlichen Helfer investieren Zeit, Kraft und viel persönliche Leidenschaft, damit die Kirche in Lumpzig auch in Zukunft ein lebendiger Ort für Gottesdienste, Vereinsleben, Begegnungen und Veranstaltungen bleiben kann.
Mit jedem Handgriff wächst nicht nur ein neuer Fußboden, sondern auch die Gemeinschaft.
Kaffee, Knabbereien und ein herzliches Dankeschön
Und weil selbst der fleißigste Handwerker nicht allein von Muskelkraft lebt, soll auch die gute Verpflegung auf unserer Baustelle nicht unerwähnt bleiben. Zwischen Schubkarre, Kabelgraben und Sandsteinplatte wirken eine Tasse Kaffee und eine Kleinigkeit zu knabbern manchmal wie ein kleines Wunder.
Sie ersetzen zwar keine Arbeit, machen sie aber leichter. Und sie erinnern daran, dass Gemeinschaft nicht nur dort entsteht, wo man gemeinsam anpackt, sondern auch dort, wo man gemeinsam eine Pause verbringt.
Und dafür sorgt Martina. Sie weiß offenbar, dass fleißige Hände nicht allein von guten Vorsätzen leben können. Darum sorgt sie mit Kaffee, kleinen Knabbereien und liebevoller Fürsorge dafür, dass die Kräfte nicht ausgehen und die Stimmung zwischen alten Mauern und neuem Boden freundlich bleibt. Liebe Martina, wir danken dir von Herzen – denn ein bisschen Wärme im Bauch hilft manchmal auch beim Aufbau einer Kirche.“
Gemeinsam für die Zukunft der Kirche Lumpzig!
Allen Helfern sagen wir von Herzen Danke – für jeden Handgriff, jede Stunde und jede Unterstützung.
Die Sandsteinplatten werden den neuen Fußboden vollenden. Doch das eigentliche Fundament unserer Kirchensanierung sind die Menschen, die dieses Projekt tragen.
Denn am Ende wird nicht nur ein neuer Boden entstanden sein. Es wird ein Raum entstehen, in dem Menschen zusammenkommen, erzählen, feiern und Gemeinschaft erleben können.
Und wenn wir in den vergangenen Wochen eines gelernt haben, dann dies:
Wo viele Hände helfen, ein guter Kaffee wartet und Menschen füreinander da sind, dort wächst nicht nur ein Bauwerk. Dort wächst Zukunft.
Juni 2026
Eine Kirche hat es gut. Sie kann hundert Jahre still dastehen und trotzdem jeden Tag etwas erleben. In der Woche vom 22. bis 28. Juni 2026 allerdings war von Stille nur noch stellenweise die Rede. Es klapperte, scharrte und rumpelte. Wer die Kirche Lumpzig betrat, merkte sofort: Hier wird gearbeitet.
Der hintere Teil unserer Kirche macht sich auf den Weg in ein neues Kapitel. Dort, wo bald die Winterkirche bzw. Vereinsstube entstehen soll, mussten zuerst die alten Holzdielen und die Sandsteinplatten weichen. Das klingt einfacher, als es ist. Ein alter Fußboden hängt nämlich meistens ziemlich an seinem Arbeitsplatz.
Am Freitag und Sonnabend wurde daraus ein großer Arbeitseinsatz. Rund vierzig Quadratmeter Boden mussten für den neuen Fußboden der Winterkirche bzw. Vereinsstube ausgehoben werden. Die Erde zeigte wenig Bereitschaft, freiwillig umzuziehen. Also halfen viele fleißige Hände nach.
Schaufel um Schaufel, schwer beladen mit Erde, wanderte durch die Hände. Dabei machte die Sommersonne keinen Unterschied zwischen Anfänger und erfahrenem Helfer. Geschwitzt haben alle. Wer mittags noch trocken war, hatte vermutlich gerade erst angefangen.
Ein echter Glücksfall war das Förderband, das Gerd, Vereinsvorsitzender, organisiert hatte. Es verrichtete seine Arbeit mit einer Ausdauer, die manchen von uns beinahe neidisch machte. Während wir schaufelten, transportierte es unermüdlich den Erdaushub aus der Kirche hinaus.
Draußen vor der Kirche wartete bereits Udo, Vereinsmitglied, mit seinem Radlader. Auch er gehört zu den Menschen, die immer da sind, wenn Hilfe gebraucht wird. Er verlud die Erdmassen in den Schüttgutcontainer und sorgte dafür, dass aus vielen Schaufeln keine endlose Geschichte wurde.
Am schönsten war allerdings etwas anderes.
Es waren die Menschen.
Junge Helfer arbeiteten neben denen, die schon viele Arbeitseinsätze erlebt haben. Mal wurde geschleppt, mal gelacht, mal kurz verschnauft und gleich darauf wieder angepackt. Niemand fragte lange, wer eigentlich zuständig sei. Wenn irgendwo Arbeit wartete, fand sich fast immer schon jemand, der sie erledigte.
So sieht ehrenamtliches Engagement aus. Es trägt keine Uniform und verlangt keinen Applaus. Es zieht Arbeitshandschuhe an und macht einfach weiter. Genau dieser Einsatz macht die Sanierung der Kirche Lumpzig überhaupt erst möglich.
Natürlich lebt niemand von Schweiß allein.
Martina und Kornelia, Vorstandsmitglieder, sorgten mit viel Liebe dafür, dass niemand verhungern musste. Erdbeertorte, eine herrlich duftende Suppe, Kaffee und kleine Knabbereien erinnerten uns daran, dass Pausen manchmal genauso wichtig sind wie Schaufeln.
Als die Temperaturen ihren Höchststand erreichten, erschien Jenny, unser jüngstes Vorstandsmitglied, mit Eis und gekühltem Latte Macchiato. Man hätte meinen können, sie sei vom Wetterdienst geschickt worden. Jedenfalls traf ihre Überraschung auf eine Helferschar, die ihr diese Erfrischung vermutlich nie vergessen wird.
Nach zwei Tagen Arbeit stand fest: Einen Saunabesuch brauchte an diesem Wochenende wirklich niemand mehr. Die Sonne hatte dafür bereits gesorgt. Ein Medizinmann hätte wahrscheinlich zufrieden genickt und behauptet, wir hätten sämtliche Schlacken ausgeschwitzt. Ob das stimmt, wissen wir nicht. Sicher ist nur: Wir haben eine ganze Menge Erde bewegt.
Und mit ihr ein gutes Stück Zukunft.
Der erste große Bauabschnitt für unsere Winterkirche bzw. Vereinsstube in der Kirche Lumpzig ist geschafft. Weitere Arbeiten werden folgen. Doch nach diesem Wochenende steigt das Vertrauen! Denn wenn viele Menschen gemeinsam anpacken, wird aus einer Baustelle irgendwann ein Ort, an dem sich Menschen begegnen, miteinander reden, lachen und vielleicht auch einmal einfach nur still dasitzen.
Unsere Kirche verändert sich.
Nicht, weil sie aufhört, alt zu sein.
Sondern weil sie lernt, auch für kommende Generationen da zu sein.
Und vielleicht ist genau das das Schönste an dieser Baustelle: Hier wird nicht nur der Boden erneuert. Hier wächst eine Gemeinschaft, die zeigt, dass Zukunft manchmal mit einer einzigen Schaufel Erde beginnt.
